Lysanderhöh

Alle Dörfer der Kolonie Am Trakt: Hahnsau, Köppental, Lindenau, Fresenheim, Hohendorf, Lysanderhöh, Orloff, Ostenfeld, Medemtal, Walujewka

Ortsname: Lysanderhöh

genannt nach dem Saratows Beamten in Sachen ausländischer Einwanderer F.S. Lysander

Weitere Ortsnamen: Lysanderhöh, Лизандергей (1890, 1920), Лизандерге (1908), Лизандер-Ге (1935), Kalinino (ab 1941), Kalinin, Воробьевка, К-з „Большевик“.

Ortsnummer: D0007 auf der Webseite Chortirtza http://chort.square7.ch/Pis/Orte.pdf

Kolonie (menn.): Am Trakt

Admin. Zuordnung: Gouv. Samara/ASSRdWD/Lysanderhöh. Bis 1917 – Самарская губ., Новоузенский у., Малышинский колон. окр.; Малышинская вол.; Zu Sowjetszeiten – Покровский уезд, Саратовской губернии (1920); АССР НП, Лизандергейский/ Куккусский (Вольской)/Зельманский (Ровненский) к-н/ Тарлыкский (Куккусский) р-н.

Gründungsjahr: 1864

Koordinate: 46°32′ E, 51°05’ N

Landfläche: 1.851 ha (1912, 1.858 ha (1922) 1745 Desjatin (1864).

Jahr 1889 1897 1910 1914 1920 1922 1926 1931
Einwohner 90 119 139 146 332 192 293 720

Konfession: mennonitisch

Betriebe:

Handlung Abraham Bergmann;

Handlung Heinrich Horn;

Schmiede Dietrich Dick.

Motormühle Julius Bergmann

Käserei Kornelius Wiens

GRANDMA 7: In der „Grandma 7“ CD sind 98 Mennoniten, die in Lysanderhoeh, Am Trakt geboren sind, beschrieben.

Zusatzinformationen: Das Dorf lag etwa 40 km im O von Kukkus. Die Höfe lagen in der Mitte ihres Landes (65 Desjatinen), ein Dorfkern existierte nicht. Die Häuser waren zumeist aus Ziegeln gebaut. Das Trinkwasser gewann man aus Tiefbrunnen. Die Flur wurde zu 57 Prozent als Ackerland und zu 35 Prozent als Weide genutzt. Besonders wohlhabend: jeder 2. galt in den 1920ern als Kulak; 1926 war der Ort Sowjetsitz und es gab eine 4-Klassen Schule. Nach 1935 war Lysanderhöh Kantonzentrum der früheren mennonitischen Kolonien in der Wolgarepublik mit einem besonderen Schwerpunkt Viehzucht (Kuh- und Schweinefarmen). Nach der Zwangsumsiedlung der Deutschen an der 1941 erhielt der Ort den russischen Namen Kalinino.

 

In seinen Erinnerungen beschreibt Jakob Wiebe einen Brand in Lysanderhöh:

„Das Jahr 1901 brachte noch ein besonders schweres Unglück über Lysanderhöh. Es war anfangs Mai. Ein starker trockener Ostwind blies den Staub auf der Dorfsstraße entlang. Da erschallte bald Nachmittag der Ruf:

– Bei Peters in der „Lafke“ (im Laden) ist Feuer!

Die Feuerwehr, bestehend aus einer Feuerspritze welche von acht Mann in Betrieb gesetzt wurde, war bald zur Stelle, eben so die Nachbarn mit den Wasserwagen, Eimern, Leitern und Feuerhaken. Man hatte wohl kaum mit der Löscharbeit begonnen, da kam der Ruf:

– Bei David Fröse brennt es auch schon!

Als man nun dorthin eilte war das Feuer noch schneller gelaufen und hatte schon den fünften Hof erreicht. Bei Gerhard Fieguts versuchte man noch einmal das Feuer aufzuhalten, denn bis zu Johannes Dycks lag noch eine unbebaute Feuerstelle dazwischen. Es war mittlerweile auch schon die Feuerwehr von Hohendorf, Orloff und Ostenfeld dazu gekommen, doch vergeblich. Die ausgetrockneten Strohdächer auf den Hintergebäuden dienten als Zündschnur. Ein Paar brennende Strohwische vom Nachbar setzten die Strohdächer sofort in helle Flammen, so dass alle Löschversuche ohne Erfolg blieben. Um sechs Uhr Abends stand der letzte Hof in hellen Flammen, doch jetzt ließ der Wind nach und es konnte dem Feuer endlich Halt geboten werden.

In kaum vier Stunden waren 10 der schönsten Höfe in Lysanderhöh niedergebrannt, nur ein Speicher bei Peter Wiens und zwei Ziegelhäuser von David Fröse und Jacob Peters waren stehen geblieben.“

 

 

Dorfplan Lysanderhöh

Weg nach

Orloff

Hof 1           Abraham Bergmann Hof 24             Johannes Wall
Hof 2                Jakob Bergmann Hof 25       lehr
Hof 3                Jakob Janzen Hof 26                Nuß?
Hof 4             Abraham Lammert Hof 27                Niedens?
Hof 5               Hermann Neufeld Hof 28                 Stahl?
Hof 6                 Peter Bergmann Hof 29             lehr
Hof 7                  Jakob Wiebe Hof 30              Abraham Warkentin
Hof 8                  Dietrich Töws Hof 31             lehr
Hof 9                  Franz Dyck Hof 32               David Fröse
Hof 10                 Peter Wall Hof 33               Albert Töws
Hof 11                  Kornelius Fröse Hof 34             Schule
Hof 12                  Jakob Fröse Hof 35                Jakob Bestvater
Hof 13                  Johannes Töws Hof 36             lehr
Hof 14                  Gerhard Fieguth Hof 37               Abraham Bergmann
Hof 15                   Anna Franz Hof 38               Franz Bartsch
Hof 16                   Johannes Dyck Hof 39                Johannes Dyck
Hof 17                    Hermann Fast Hof 40                 Franz Quiring
Hof 18                   Julius Janzen Hof 41                  Wilhelm Bartsch
Hof 19                  Jakob Reimer Hof 42                  Preisig?
Hof 20                   Peter Reimer Hof 43                 Julius Bergmann
Hof 21                   Peter Bergmann Hof 44                  Jakob Janzen
Hof 22                   Peter Wiens Hof 45                   Kornelius Wiens
Hof 23                    Aron Töws

Weg nach

Hohendorf

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