Kornelius Wiens (1854-1881)

Familie Kornelius Wiens (1854-1881)

Es wurde erzählt, dass Kornelius (27.01.1854-27.03.1881), #19133, bei einem Brand ums Leben gekommen war. Es entflammte sich Stroh bei Drescharbeiten auf der Tenne. Zusammen mit einem anderen Dorfbewohner Bergmann hatte Kornelius versucht das Stroh mit Hilfe von Seilen auseinander zu zerren um so das Feuer zu löschen. Sie zogen kräftig an dem Seil und bewegten sich rückwärts. Dabei merkten sie nicht, dass hinter ihnen eine Grube befand, in der Kalk gelöscht wurde. Beide Männer stürzten hinein und starben qualvollen Tod. (meine Überlegungen – Diese Geschichte erzählte mir meine Tante. Ihr wurde sie von ihrer Großmutter Katharina Bergmann erzählt und zwar berichtete sie nur vom ihrem Schwager Cornelius Wiens. erst später hörte meine Tante von anderen Leuten, dass auch ein Bergmann verunglückt war. Hans Jul. Bergmann erzählte, dass Bergmann den Sturz überlebte. Nach einer anderer Version war Kornelius Wiens beim Mühlenbrand ums Leben gekommen . Im Tagebuch von Johannes Jantzen (1823-1903) steht, dass am 27. März 1881 Cornelius Wiens an Unterleibsentzündung im alter von 27 Jahren gestorben war. Also, nach meiner Meinung ist die Todesursache von Kornelius nicht der Brand, sondern eine Entzündung. Der Brand auf der Tenne wurde von Johannes Jantzen so beschrieben:“ Am 8. September 1875 Feuer auf unseren Tenne, es brannten 4 Haufen Weizen ab. 50 Fuhren von 12 Desjatin 300 Pud. Beim Feuer Abram und Jakob Bergmann verunglückt. Am 10. September Abram Bergmann gestorben an Brandwunden.“ Es sieht also so aus, das Abrams Bruder Jakob den Brand überlebt hatte.)

Kornelius war mit Catharina Fieguth (09.06.1858-18.03.1894), #19132, verheiratet. Sie hatten einen Sohn, der auch Kornelius (Kuter) – Wiens (17.04.1880-18.01.1951), #19134, hieß. Eigentlich wurde der Junge von seinen Eltern Peter genannt. Nach dem Tod seines Vaters war die Mutter verstummt. Nach ca. 2 Jahren heiratete sie den Witwer Peter Abr. Bergmann (21.01.1850-1934),  #1254616, der in der ersten Ehe mit Anna Wiens Schwester von Kornelius  verheiratet war und da es in seiner Familie schon einen Sohn Peter gab wurde Peter Wiens nach seinem Vater zum Kornelius umbenannt. Weil Kornelius aber zwei Cousins hatte, die auch Kornelius Wiens hiessen, bekam er als erwachsener Mann einen Beinamen (Kuter)-Wiens zum Unterschied von  Kornelius (Bart)-Wiens und Kornelius (Käse)-Wiens. Sein Start in das Erwachsenenleben war nicht besonders rosig. Nach der Familienlegende wurde er von Zuhause mit einem kleinen Bündel seiner Habseligkeiten verabschiedet. Er bekam von seinem Stiefvater nicht die Mühle oder Stück Land, welche ursprünglich seinem Vater gehörten. Darauf hin soll er sich geschworen haben sich nicht unterkriegen zu lassen und einst der reichster Mann vom Trakt zu werden. Was ihm zum grössten Teil auch gelungen war.

Sohn Kornelius

Kornelius Korn. Wiens mit Ehefrau Martha Heinr. Penner
Kornelius Korn. Wiens mit Ehefrau Martha Heinr. Penner
Martha Heinr. Penner
Kornelius Korn. Wiens mit Ehefrau Martha Heinr. Penner

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kornelius (Kuter)-Wiens (17.04.1880-18.01.1951), #19134, heiratete Marta Heinrich Penner  (26.03.1884-20.03.1951), #19135 am 26.09.1902. Sie hatten fünf Söhne und zwei Töchter:

Heinrich (29.10.1903-06.08.1947), #1254412,

Peter (05.01.1906-19.09.1968), #132330,

Kornelius (30.08.1907-19.09.1933), #1254579,

Albert (06.10.1909-09.08.1979), #1254838,

Jakob (05.06.1911-1937), #1254536,

Helene (06.08.1913-1943), #1254761,

Martha (09.08.1919-18.05.2008), #19136

Familie (Khuter)-Wiens 1927 in Ostenfeld Hinten: Albert, Jakob, Kätchen (geb. Töws, Frau von Peter), Peter, Heinrich Vorne: Helene, Mutter Martha, Martchen, Vater Kornelius, Kornej

1930 war es Kornelius gelungen mit Frau und Tochter Marta vom Trakt nach Leningrad zu fliehen, bevor die meisten wohlhabenden Bauern nach Kasachstan verbannt wurden. Sie begangen die Flucht zusammen mit meinem Urgroßvater Aron Esau (1869-1943), #980534. Beide waren mit zwei Schwestern Martha und Helene Heinrich Penner (1874-1937), #1240619 verheiratet.

Die anderen Kinder von (Kuter)-Wiens waren schon verheiratet, als die Eltern mit der jüngsten Tochter Martha (1919-2008), #19136 nach Leningrad geflüchtet waren.

Mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges kamen Kornelius und Martha mit ihrer jüngsten Tochter Martchen unter die deutsche Besatzung. Nach Kriegsende kamen sie nach Backnang, BW, Deutschland, wo die Eltern 1951 Gestorben waren.

 

Enkelsohn Heinrich

Maria (Michi) geb. Töws (*ca.1912) und Heinrich Wiens
Heinrich Korn. Wiens

Enkelsohn Peter

Peter Korn. Wiens mit Käthe Dietrich Töws (04.04.1905-06.06.1980) mit Sohn Kornelius (17.04.1929-15.06.1968) in der Mitte
Peter Korn. Wiens mit Käthe Dietrich Töws (04.04.1905-06.06.1980)

Enkelsohn Kornelius

Kornej Korn. Wiens und Elisabeth (Lischen, geb. Töws)

Enkelsohn Albert

Albert Korn. Wiens mit den Kindern aus der ersten Ehe: Egon und Milita

Albert Wiens (06.10.1909-09.08.1979), #1254838 war Ende 20er- Anfang 30er Lehrer in einer Schule am Trakt. Später absolvierte er eine Militärschule (evtl. im Gebiet Leningrad) wo er danach unterrichtete. Meine Tante Helene Frick erzählte, dass er 1934 nach Ostenfeld in Urlaub gekommen war um seine Frau und Kinder zu besuchen. Als er zurück musste hat er Helene und ihre Mutter Johanna (Cousine von Albert) mit nach Leningrad genommen. Sie wollten dort die Großeltern von Helene – Aron und Helene Esau besuchen (Eltern von Johanna Wiens geb. Aron Esau).

Am 9.10.1935 wurde Albert auf Anzeige seines Freundes verhaftet und am 5.03.1936 wegen antisowjetischen Agitation zu 10 Jahren Haft verurteilt. Später hatte er sich mit dem Mann, der ihn angezeigt hatte getroffen ohne ihn zu beschuldigen. Als ihn seine Kinder fragten wie kannst du das machen- wegen ihn hast du unschuldig 10 Jahre im Knast verbracht. Sagte er nur: „Es war so eine Zeit. Man weis ja nicht unter welchen Umständen aus ihm diese Aussage rausgeprügelt wurde. Und wenn er es nichts gesagt hätte, hätten  sie mich sowieso eingesperrt“.

Kurz nach Alberts Verhaftung bat seine Frau Anna geb. Johan (Krolje) Dyck (01.03.1911-ca.1936) eine Nachbarin ein Päckchen für ihren Mann abgeben Die Frau besuchte ihren eigenen Mann im gleichen Knast. Doch die Frau brachte das Päckchen zurück, weil Albert schon zu seinem Verbannungsort abtransportiert wurde. Das wollte die Frau nicht glauben und war überzeugt, dass ihr Mann erschossen wurde. Das konnte sie nicht verkraften und starb bald darauf.

Sie hinterliess zwei Kinder:

Milita (*1931) und

Egon (*1935)

Die Kinder kamen in ein Kinderheim. Nach seiner Haftzeit konnte Albert sie finden. Später heiratete Albert in Sibirien Helene Dietrich Wall (07.06.1919-ca. 2014), #132318. Mit ihr hatten sie noch mehrere Kinder. Nach 1956 gingen sie nach Kasachstan wo sie zunächst im deutschen Sowchos Engels in der Nähe von Karaganda Wohnten. Später zogen sie nach Karaganda Kirsawod 1-2 um. Seine Frau und Kinder waren in den 1990er nach Deutschland ausgewandert.

Enkelsohn Jakob

Jakob Korn. Wiens und Maria (Mittel) geb. Penner (18.01.1913-08.04.1934)

Enkelin Helene

Mehr zur Familie Hans und Helene Dyck im Bericht Ella Dyck

Hans Joh. (Krolje) Dyck (*21.05.1909) und Helene Korn. Wiens

Enkelin Martha

Die jüngste Tochter von Korn. Wiens Martha (Märtchen). Foto ca. 1929

Martha Korn. Wiens war die jüngste Tochter von  Kornelius und Marta Wiens (geb. Penner). Sie kam 1931 mit ihren Eltern nach Lüban im Gebiet Leningrad. Dort heiratete sie einen Litauer Olgert Lussin und bekam eine Tochter Henriette (Henni)(*12.11.1937). Die Ehe hielt nicht lange und endete mit einer Scheidung.

Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs kam die Familie Kornelius Wiens unter die deutsche Besatzung. Martha hatte als Dolmetscherin für die Deutschen gearbeitet.

Martha Korn. Wiens mit ihrem Mann Franklin Ward (09.02.1914-2001)

Mit dem Vormarsch der Roten Armee flüchteten Martha mit ihrer Tochter und den Eltern 1944 zunächst nach Pabianitz bei Lodz, in Polen, wo sie bis Januar 1945 blieben. Danach ging es über Thüringen nach  Reilos in Hessen. Von dort ging es mit Hilfe der MCC nach Backnang in Baden-Württemberg mit dem Ziel nach Kanada auszuwandern. Doch wegen einer Erkrankung der Mutter wurde der Antrag abgelehnt. Nach dem Tod ihrer Eltern stellte Tochter Martha erneut einen Antrag zur Auswanderung in die USA. Unter der Bürgschaft von Dr. Thiessen in Marion, Süd-Dakota durften Mutter und Tochter im April 1952 zu ihm in die USA umziehen. Dort arbeitete Martha als Köchin. Vermutlich in dem von Dr. Thiessen betriebenen Altenheim. Auf Empfehlung Marthas Cousine Meta Töws geb. Aron Esau (1900-1992), #1240617 zogen Mutter und Tochter nach Dinuba, Kalifornien. Als Tochter Henriette ihr Studium an der Universität Berkeley angefangen hatte zog ihre Mutter auch nach Berkeley um. Dort hat Martha ihren zweiten Mann Franklin Ward kennengelernt. 1964 Heirateten sie. Bis zur Rente 1987 wohnten und arbeiteten sie in Berkeley. Danach kauften sie sich ein Haus in Davis, wo schon Marthas Tochter Henni mit ihrer Familie wohnte.

 

 

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