Julius Wiens (1856-1926)

Familie Julius Wiens (1856-1926)

Mein Urgroßvater Julius Wiens

Stammbaum

Julius Peter Wiens mit Ehefrau Anna Kornelius Fast

Julius Wiens (04.06.1856-08.01.1926), #1253831 heiratete Anna geb. Korn. Fast (01.1855-1890), #1253832 am 28.02.1878. Aus dieser Ehe stammen drei Töchter:

Maria (03.01.1879-26.08.1905), #1254604

Anna (1880-1949), #1254423

Helene (1886 – Anfang 30er), #1254532

und drei Söhne:

Kornelius (21.11.1881-08.10.1938), #1254444

Peter (08.08.1884-23.05.1934), #1254723 und

Julius (19.05.1889-20.01.1939), #1254898.

Drei Cousins die Kornelius hießen, vermutlich beim Ersatzdienst. Von li.: (Bart)-Wiens, (Kuter)-Wiens und (Käse)-Wiens

In den Dörfern Am Trakt gab es viele gleichnamige Familien und auch die Vornamen wiederholten sich häufig. Um Verwechselungen zu vermeiden wurden den Männern verschiedene Beinamen gegeben. So gab es drei Cousins die Kornelius Wiens hiessen.

Der Sohn von Peter hiess Kornelius (Käse)-Wiens, weil er eine Käserei betrieb.

Der Sohn von Kornelius – (Kuter)-Wiens, weil er auf einem Chutor  (auf russisch: хутор eine Farm abseits von der Siedlung) seine Wirtschaft hatte.

Der Sohn von Julius hiess Kornelius (Bart)-Wiens, weil er einen Bart hatte.

 

Schwestern Maria und Anna Julius Wiens
Brüder Peter, Kornelius und Julius Wiens
Helene mit Bruder Julius Wiens 

Meine Urgroßeltern Wiens

Julius Peter Wiens mit seiner zweiten Ehefrau Katharia Johannes Bergmann

Nach dem Tod seiner ersten Frau Anna heiratete Julius Wiens (04.06.1856-08.01.1926), #1253831 im November 1894 Catharina Bergmann (06.08.1872 -26.12.1939), #1253842. Gemeinsam bekamen sie vier Töchter:

Emilie (1895-1973), #1254386

Katharina (11.12.1897-12.02.1934), #1254922

Frieda (02.12.1900-10.06.1943), #1254875

Lilli (1911-1993), #1254765

und einen Sohn

Johannes (03.02.1899-12.11.1981), #1254271 mein Opa.

 

Von li.: Emilie, Katharina, Johannes Vorne: Frieda
Schwestern Emilie und Katharina Julius Wiens
So sah das 1914 erbaute Haus von Julius Wiens im Jahr 1991, als meine Eltern ihr Heimatdorf Ostenfeld besuchten. Im Haus wohnte eine Kasachenfamilie

Julius Wiens hatte zwei Feuerstellen Land in seinem Besitz (zwei mal 65 Desjatin). Im Jahr 1914 hat er auf seinem Land ein neues Haus mit einem französischem Dach (Bungalow?) gebaut. Es war in den 30er Jahren das schönste Haus in Ostenfeld. Die Wände aus rotem Backstein, das Dach mit Blech gedeckt und grün angestrichen, die Fenster mit Fensterläden, ein Zaun vor dem Haus. Im Halbkeller hatte Julius eine Tischlerwerkstatt eingerichtet mit großen nach oben abgerundeten Fenstern. In das Haus kam man über 9 Stufen hohen Krilitz (wahrscheinlich vom russischen Krylzo – крыльцо etwas „verdeutscht“) hinein. Das war eine Art überdachte Terrasse, deren Wände verglast waren. Im Sommer konnte man die Glasrahmen im Geländer versenken. Im Sommer wohnte man praktisch auf dem Krilitz. Im Winter wurde dieser Raum nicht beheizt. Wie bei den meisten mennonitischen Höfen, war das Haus direkt mit dem Pferdestall und Scheunen verbunden. Mit dem Brunnen im Pferdestall hatte Julius Glück gehabt, es gab genug gutes Wasser. Bei den meisten Bauern hatte das Wasser einen salzigen Beigeschmack (salpetrig wurde gesagt) und so holten die Nachbarn oft von ihm Wasser für den Tee oder Suppe.

Das alte Haus hatte Julius vermutlich nach seiner Heirat mit Anna Fast gebaut. In diesem Haus wurden seine sechs Kinder aus der ersten Ehe geboren.

Zum Zeitpunkt des Umzugs in das neue Haus waren die Kinder von Julius aus der ersten Ehe schon verheiratet und auch die älteste Tochter Emilie aus der zweiten Ehe hatte ihre eigene Familie gegründet. Die Söhne Peter und Julius waren nach ihrer Heirat nach Köppental umgezogen. Zu Sovjetzeiten wohnten im Hau fast durchgehend „Untermieter“ – meistens Familien, die enteignet und aus ihren Häusern getrieben wurden. Unter den ersten wohnte im Haus die Familie von Kornelius (Kuter)-Wiens (Cousin von meinem Opa Johannes Wiens). Die letzte waren Artur Neufeld mit Frau Anna geb. Jakob Klassen (ein Neffe von meinem Opa). Dei Familie wurde zusammen mit Wiensen 1941 nach Sibirien ausgesiedelt.

Das alte Haus übernahm der älteste Sohn Kornelius, der mit seiner Familie aus Orenburg zurückgekommen war.

Julius soll sehr streng im Umgang mit seinen Kindern und Enkeln gewesen sein. Seine Enkelin Maria (Tochter von Kornelius (Bart)-Wiens) erinnert sich, dass er ständig einen Gehstock bei sich hatte und nicht lange zögerte um ihn zur Erziehungszwecken einzusetzen. Auch sein Sohn Johannes erzählte seinen Kindern, dass er und seine Schwestern sich mit ihren Anliegen nicht direkt an den Vater wandten, sondern zuerst mit der Mutter sprachen. Sie hatte es später mit ihrem Mann besprochen und seine Entscheidung den Kindern mitgeteilt.

Für seinen Lebensabend hat Julius Wiens gut vorgesorgt. Auf einem Stück seines Landes zwischen dem altem und dem neuen Haus stand ein Häuschen, dass der Bruder von Katharina Bergmann gebaut hatte und in dem später die Familie Unger wohnte. Das Land war an sie verpachtet. Ob er noch andere Einkünfte hatte ist nicht bekannt, aber man nannte ihn Rentje.

Er hatte sogar für seine eigene Beerdigung vorgesorgt. Auf dem Dachboden wurde ein Sarg aufbewahrt, den er für sich angefertigt hatte. Doch das Schicksal hatte anders entschieden. 1923 starb unerwartet sein Cousin Johannes Siebert und Julius hatte das gute Stück für seine Beerdigung gegeben. Julius selbst war an Asthma erkrankt. Er bekam im Sitzen besser Luft als im Liegen. So war er dann 1926 im Sitzen auch gestorben. Für seine Beerdigung hatte sein Sohn Johannes (mein Opa), der auch ein guter Tischler war, einen neuen Sarg angefertigt.

 

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