Johannes Dyck (1860-1920)

Johannes Dyck, (06.04.1860, Fresenheim, Am Trakt – 31.10.1920, Lysanderhöh, Am Trakt), #132334 war der älteste Sohn von Johannes D. Dyck und Helene geb. Janzen. Er hatte drei jüngere Schwestern, die auch erwachsen wurden. Ein Bruder und eine Schwester starben im Kindesalter. Johannes heiratete am 15.02.1884 Elisabeth C. Fröse (16.12.1858, Baiershorst, Westpreußen – 25.10.1908, Lysanderhöh, Am Trakt), #132339. Sie war die jüngste von fünf Töchtern des Predigers Cornelius Fröse (1817-1885), #991232, der 1869 aus Westpreußen nach Russland, Am Trakt ausgewandert war. Nach seiner Hochzeit übrnam Johannes Dyck die Wirtschaft von seinem Schwiegervater und zog mit seiner jungen Frau nach Lysanderhöh. Ausserdem hatte er noch Land in Walijewka, wo es auch Wohn- und Wirtschaftsgebäude vorhanden waren. Johannes und Elisabeth Dyck bekamen zehn Kinder, von denen nur drei erwachsen wurden:

-Johannes, (16.04.1885 – 11.04.1948, Kanada), #168774, verheiratet mit Renate P. Mathies, (1885-1963), #168775

-Elise, (10.05.1896 – 16.02.1971, Kanada), #173329, verheiratet mit John P. Isaak, (17.03.1889 – 17.03.1889, Kanada), #173328

Anna, (04.08.1899 – 21.11.1942, Tadshikistan, UdSSR), #665095, verheiratet mit Alexander Joh. Quiring, (15.08.1888 – 12.06.1942), #665091

Alle in Lysanderhöh, Am Trakt geboren

Sieben Geschwister starben im Kindesalter. Drei als Babys und weitere vier im September 1894, während einer Diphtherie-Epidemie Am Trakt. Zuerst starben Helene und Elise, die in einem Sarg beerdigt wurden und kurz danach Anna und Cornelius, die ebenfalls zusammen beerdigt wurden.

Familie Johannes Dyck und Elisabeth geb. Fröse mit Kindern: Johannes, Elise und Anna. Ca. 1905

Johannes und Elisabet hatten erfolgreich Landwirtschaft betieben und zälten zu den wohlhabenden Bauern in der Kolonie. Es gab aber auch Rückscläge – in den Jahren 1898 und 1901 gab es zwei verheerende Brände, durch welche grosse Schäden entstanden. So beschreibt Johannes J. Dyck (Sohnn) diese Ereignisse:

„Im Mai 1898 zerstörte ein Brand ihren Bauernhof; nur das Haus konnte mit großen Schwierigkeiten gerettet werden. Alle anderen Gebäude, einschließlich Futter, Geschirr, einige Tiere…. .alles war verloren. Es wurde angenommen, dass das Feuer durch die Nachlässigkeit eines Arbeiters mit seiner Zigarette ausgelöst wurde.
Im Frühjahr 1901 renovierten sie das Innere des Hauses. Es wurde am Vormittag des Tages vor dem Himmelfahrtstag fertiggestellt. Da es sich um einen sehr heißen Tag mit starkem Wind handelte, machten sich Johannes und die beiden Maler auf den Weg zu einem Mittagsschlaf. Elise, damals fünf Jahre alt, und zwei russische Dienstmädchen, Anastasia und Cwenka, waren im Garten. Eines der Dienstmädchen ging mit den aufgehäuften Trümmern hinter eine Hecke und schrie plötzlich mit lauter Stimme: FEUER! Alle drei rannten so schnell wie möglich zum Haus. Bei diesem Brand brannten elf Bauernhöfe in Lysanderhoeh und dem Nachbarort Hohendorf nieder, darunter auch der von Johannes und Elisabeth Dyck. Nur die Sommerküche und die Kamelscheune blieben stehen. Zusammen mit dem Verlust aller anderen Gebäude verloren sie auch viel Weizen, der am Vortag gelagert und tatsächlich verkauft, aber nicht geliefert wurde. Jetzt war alles weg. Es war ein schwerer Schlag.
Johannes borgte sich das Geld für den Wiederaufbau – aber er baute es sofort wieder auf! Die kleine Elise erinnert sich, dass 1908 ein glückliches Jahr für ihre Eltern war, weil sie nach einer guten Ernte die letzten Schulden an den Gebäuden zurückzahlen konnten.“

Im Jahr 1908 starb die Frau von Johannes, was für ihn ein grosser Schlag war, von dem er sich nich richtig erholen konnte. 1914 hatte Johannes die Landwirtschaft an seinen Sohn Johannes abgegeben. Für sich hatte er gegenüber seiner Wirtschaft ein kleines Haus gebaut in welches er mit seiner Tochter Elise eingezogen war. Es folgten der Erste Weltkrieg und die bolschewistische Revolution. Johannes Dyck musste die enteignung der Bauern Am Trakt, den verfall des Geldes, die darauf volgende Hungersnot miterleben, bevor er 1920 gestorben war.

In den 1930er Jahren wohnte in diesem Haus der Bezirkschef der NKWD Kunstmann.

Die Geschichte der Familie wird im Tagebuch seines Vaters Johannes D. Dyck und in der Autobiografie seines Sohnes Johannes J. Dyck im Buch „A Pilgrim People, Volume II“ beschrieben.

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