Johannes D. Fröse (1878 -1933)

Meine Urgroßeltern Fröse

Stammbaum

Johannes D. Fröse mit Ehefrau Anna David Hamm

Johannes D. Fröse (08.01.1878 -02.08.1933), #1254487 war mit Anna Hamm (03.03.1885 -04.09.1914), #1254600 verheiratet.  Annas Eltern waren David Hamm und Anna Krüger (10.08.1864- 30.07.1889). In einem Tagebuch habe ich gelesen, dass eine Frau Krüger Hebamme  in der Kolonie Am Trakt war. Anna Hamm hatte als Kind ihre Eltern verloren und wurde von Pflegeeltern – einem kinderlosen Ehepaar – Jakob Bergmann (1852 -1927) und Anna geb. Isaak (1855-1927) großgezogen. (s. Fam. Jakob Bergmann)

Johannes und Anna hatten acht Kinder:

-Anna (07.09.1904-14.08.1943), #1254529, verheiratet mit Hans Fast (21.05.1901-1943), #1254471

-Jakob (10.10.1905-02.07.1943), #1254606

-Johannes (13.10.1906-25.01.1989), #1254790, verheiratet mit Louise Heinrich   Fröse (03.04.1907 -23.12.1989), #1254817,

-Loise (19.01.1908-29.09.1972), #1254337, (meine Oma), verheiratet mit Jakob Siebert (30.01.1905 -20.05.1976), #1254548.

-Katharina (14.06.1909-17.05.1988), #1254797, verheiratet mit Johannes Beller (25.09.1910-21.06.1995), #1254496.

-David (02.10.1910-22.08.1933), #1254586

-Peter (14.05.1912-23.01.1943), #1254741, verheiratet mit Martha (06.11.1915-24.01.1981), #1254609

-Kornelius (1914-1914, als Kind gestorben).

Hinten: Loise, Katharina, Johannes Fast, Jakob, Johannes, David, Peter
Vorne: Anna, Helene, Mutter Helene (geb. Janzen), Erna, Maria, Vater Johannes

Mit beginn des Ersten Weltkrieges wurde Johannes D. Fröse zum Militär einberufen. Seine Frau Anna starb im September 1914 an Schwindsucht (Tuberkulose). Auf die Kinder hat Tina Hermann Fast aufgepasst.

Während des Krieges wurden in das Haus von Johannes Fröse Flüchtlinge aus Wolhynien einquartiert. Als Johannes nach Hause kam waren die Flüchtlinge weggezogen.

Später heiratete Johannes D. Fröse eine Witwe Helene Wiens geb. Janzen (22.11.1885- 02.06.1963), #1254814, Tochter von Maria Siebert (*ca.1863), #1254428, und Jakob Janzen (†23.07.1901), #1254637.

Die erste 10 Jährige Ehe von Helene war kinderlos geblieben. Ihr Mann Peter P. Wiens wurde in seinen jungen Jahren von einem Pferd verletzt. Er starb mit 38 Jahren. Helene hatte ihrem Schwiegervater Peter Wiens (älteste Bruder von Julius Wiens meinem Urgroßvater) bei Behandlung von kranker Menschen geholfen. Peter Wiens war ein selbstgelernter Dorfarzt. Von den Heiratsplänen seiner Helferin war er nicht begeistert, da sie ihm nach ihrer Heirat nicht mehr bei der Arbeit helfen konnte (s. Fam. Peter Wiens)

Mit Helene bekam Johannes D. Fröse noch vier Töchter:

-Maria (28.04.1921-2007), #1254788, verheiratet mit Georg Erhardt (*25.04.1925), #1254704

-Helene (10.05.1923-1990), #1254493, verheiratet mit Georg Sieber (01.09.1922 -13.03.1990), #1254520

-Erna (26.11.1924-1998), #1254722, verheiratet mit Paul Heckmann, #1254322

-Frieda (*07.09.1927), #1254634, verheiratet mit Emmanuel Betz (04.07.1927 -29.04.2015), #1254520.

Hinten: Helene, Frieda
Vorne: Erna, Mutter Helene, Maria
(der Junge gehörte nicht zur Familie)

Die Familie Fröse wohnte in einem kleinen Haus in Ostenfeld, an der Grenze zu Orloff. Im Nachbarhaus, das schon zu Orloff gehörte wohnte der verheiratete Sohn Johannes mit Frau Louise und ihren Kindern.

1933 wurde Johannes D. Fröse (mein Urgroßvater) verhaftet und nach Saratov in den Knast (Ostrog) gebracht. (In der gleichen Zeit, wie auch Peter Siebert). Im Sommer war in dem Knast die Ruhr (Dysenterie) ausgebrochen. Johannes erkrankte und starb am 2. August 1933.

Es herrschte eine Hungersnot 1933 in den Dörfern Am Trakt. Es wurde erzählt, dass sogar Katzen gefangen und gegessen wurden.

Anders als die meisten, im Zuge der Kollektivierung enteignete Bauern vom Trakt, kam die Familie Fröse nicht nach Karaganda, sondern wurde 1933-1934 nach Prokopjewsk in Sibirien verbannt. Mutter Helene, ihre Töchter und Stiefkinder Katharina, Peter und Jakob. Die Kinder hatten ihre Stiefmutter respektiert und in allem unterstützt.

In das Haus von Familie Fröse zogen drei Kolonistenfamilien ein. 1935 war das Haus abgebrannt. Der Nachbar Johannes Fröse wurde der Brandstiftung beschuldigt. Als Motiv galt – Rache für die nach Sibirien verschleppte Stiefmutter und Geschwister. Er wurde mehrfach zum Verhör vorgeladen, doch offensichtlich konnte man ihm nichts nachwiesen. Man könnte sagen, dass er glimpflich davon gekommen war.

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