Helene Siebert (1896-1980)

Familie Julius Janzen (1897-1937)

Helene Siebert mit Ehemann Julius Janzen
Von li.: Schwestern Anna und Katharina Hermann Penner, Anna Joh. Siebert, Helene Joh. Siebert. Rechts Tante Helene Siebert mit ihren drei Nichten)

Helene Siebert (13.06.1896-07.04.1980), #1253846 war ein Nesthäkchen. Sie war neun Jahre junger als ihr älterer Bruder Julius. Von den Leuten wurde sie Opas Leneke genannt. Oft hatte ihr Vater sie nach der Kirche gefragt: „Na, Leneke, worüber wurde heute gepredigt?“ Johann Siebert war Diakon in der Orloffer Kirche. Er bestand auch darauf, dass die russischen Knechte mit Helene nur russisch redeten. Das kam ihr später zugute als sie mit ihren Kindern nach Karaganda gegangen war.

Es war immer lustig, wenn Helene Geburtstag hatte. An diesem Tag sammelte sich im Haus von Johann die zahlreiche Verwandtschaft und jeder Neffe oder Nichte musste für Helene ein Gedicht vortragen, obwohl viele von ihnen älter als die Tante waren. Mein Opa Jakob Siebert hat sie auch in Karaganda immer Tante Helene genannt, obwohl sie nicht viel älter als er war.

Helene war mit Julius Janzen (28.01.1897-1937), #1253847 verheiratet. 1921 war das junge Ehepaar, wegen der großen Hungersnot an der Wolga, zusammen mit anderen Familien nach Kuban umgezogen. Nach 1,5 Jahren kehrten sie wieder nach Lysanderhöh zurück.

Julius Janzen war bis zu seiner Verhaftung im Herbst 1937 Vorsitzende der Ostenfelder Kolchose. Sie hatten vier Kinder:

-Helene (*1921), verheiratet mit Friedrich Brestel

-Julius (*1928), verh. mit Martha Abr. Bergmann (23.01.1928-10.01.2011), #1157862

-Wilda (*1929) (den Namen bekam sie, weil ihre Mutter Helene mit Wilda Epp sehr gut befreundet war),

-Elvira (*1933).

Familie Julius Janzen in Karaganda ca.1950
Hinten v. li.: Friedrich Brestel, Wilda, Elvira, Julius
Vorne v. li.: Helene mit Kindern, Mutter Helene

Vor dem Schulbeginn 1937 tauschten Janzens mit der Familie meiner Großeltern Johannes und Johanna Wiens ihre Häuser. Mein Opa Wiens wohnte in Ostenfeld und musste zur Arbeit nach Lysanderhöh in die MTS und Julius Janzen zur Arbeit nach Ostenfeld. Es ist bekannt, dass Julius Janzen Johannes Töws in Lysanderhöh vor der Verhaftung gewarnt hatte. So konnte Johannes Töws mit seiner Frau Käthe (Bergmann) und Sohn Peter nach Arkadak fliehen und einer Verhaftung entkommen. Ende 1937 wurde Julius Janzen verhaftet und erschossen. Zur gleichen Zeit hatte Johannes Wiens seine Stelle in der MTS verloren. So tauschten die Familien im Frühling 1938 ihre Häuser wieder zurück. 1940 ging Helene Janzen, auf Einladung von ihrem Cousin Johannes Penner, mit ihren Kindern nach Karaganda.

search previous next tag category expand menu location phone mail time cart zoom edit close