1. Fröse, Johannes (1867-1937)

Johannes (1867-1937), war mit Katharina, geb. Nickel (1860-1940) verheiratet. Die Familie lebte in Lindenau, Am Trakt. Nr. 102 und 103 in der Bewohnerliste Lindenau 1921-22. In dieser Ehe wurden sieben Kinder geboren, die erwachsen wurden:
Johannes, Hans (*ca. 1889 -in den 1940er, Sverdlowsk, UdSSR), Frau Katharina (*ca. 1888). Hatten vier Kinder: David, Dietrich, Wilhem, Johannes (*ca. 1919)
Tina (1891 – 1975, Karaganda, Kasachstan, UdSSR)
Maria (1893 – 1973, Kabakly, Gebiet Novosibirsk, UdSSR)
Hermann (1895 – 23.04.1920, Am Trakt, Russland), verheiratet mit Johanna, geb. Wilh. Warkentien (13.04.1896 – 28.02.1980). Hatten eine Tochter Helene (28.11.1920 – 27.08.2018)
Anna (1896 – 1990, Karaganda, Kasachstan, UdSSR)
Elisabeth (15.03.1897 – 26.08.1968), #1006966, verheiratet mit Heinrich G. Wall (13.10.1897 – 1943), #1006967
Kornelia, Nelchen (*ca. 1899 – 1982, Karaganda, Kasachstan, UdSSR)
Alle Kinder in Lindenau, Am Trakt geboren.

Die Geschichte dieser Familie hat Johannes Warkentin (1914 – 2001) aufgeschrieben. Mir hatte sie P. Wall zugeschickt:

Familie Johann und Katharina Fröse

Unsere Großeltern mütterlicher Seite waren Johann und Katharina Fröse. Großmutter Fröse war eine geborene Nickel. Sie wurde 1860 geboren und starb im Jahre 1940 im Alter von 80 Jahren. Großvater Johann Fröse wurde in Frösenheim, einem Dorf in der Kolonie „Am Trackt“ an der Wolga, im Jahr 1867 geboren und starb 1937 mit 70 Jahren. Beide Großeltern starben in Lindenau und wurden auch dort begraben. Sie haben hier die längste Zeit gewohnt. Ihnen wurden sie- ben Kinder, zwei Söhne und fünf Töchter geboren, alle in Lindenau. Die Söhne hießen *Hans und *Hermann. Die Töchter hießen *Tina, *Maria, *Anna, *Elise (unsere Mutter) und *Nelchen (Kornelia).
*Hans Fröse und Käte hatten 4 Söhne: Hans, David, Dietrich und Willi. Im Jahre 1937 wurden Hans und Käte verhaftet und beide kamen ins Gefängnis. Beide überlebten es nicht. Hans starb auf der Kolyma. Käte wurde wahrscheinlich in Engels erschossen. Beide starben unschuldig. Alle vier Söhne wurden in die Trudarmee (Arbeiterarmee) einberufen. Dietrich überlebte sie nicht. Er starb auf dem Weg nach Hause in Sverdlowsk. David, Hans und Willi leben zurzeit in Deutschland.
*Hermann Fröse machte in der Ukraine in Halbstadt eine Ausbildung als Lehrer. Nach der Ausbildung kam er wieder nach Hause. Hier hei- ratete er Johanna Warkentin (Tante Hannchen). Hermann starb sehr jung an einer Lungenentzündung. Ihre gemeinsame Tochter Helene (Lenchen Tschemjakina) wurde erst nach seinem Tod geboren. Tante Hannchen heiratete später den Witwer Aaron Fröse. Aaron hatte aus erster Ehe drei Kinder: Jakob, Artur und Elsa. Jakob war Lehrer, Artur Kraftfahrer und Elsa arbeitete in der Kolchose und später in der Käse- rei. Tante Hannchen und Aaron hatten drei gemeinsame Söhne: Otto, Hermann und Albert.

Johann und Katharina Fröse mit ihren Töchtern Kornelia und Maria

*Tina wurde im Jahr 1891 geboren. Sie war mit Kornelius Riesen ver- heiratet, welcher 1921 an Typhus starb. Sie hatten einen Sohn Her- mann, der erst neun Monate alt war als sein Vater starb. In dem selben Jahr starben auch beide Schwiegereltern von Tina an Typhus.
Tina pflegte alle, blieb aber selber am Leben. Ihr Sohn Hermann starb in der Trudarmee im Jahre 1943. Tante Tina starb im Jahr 1975, im Alter von 84 Jahren in Karaganda und ist auf dem Friedhof in Kara- ganda/Maikuduk begraben.
*Maria wurde im Jahre 1893 geboren. Sie war unverheiratet und lebte bis 1941 mit Tante Nelchen im Haus der Großeltern. Tante Maria starb mit 80 Jahren im Jahr 1973 in Sibirien. Begraben wurde sie im Dorf Kabakly, Gebiet Novosibirsk, 18 km von der Station Tschany entfernt.
*Anna wurde im Jahr 1896 geboren. Sie war mit Hermann Riesen ver- heiratet. Sie hatten keine Kinder. Hermann wurde 1937 verhaftet und starb im Gefängnis. Anna wurde mit uns zusammen nach Sibirien ver- schleppt. Von dort kam sie in die Trudarmee, hat diese überlebt und wohnte mit uns im Gebiet Tomsk. Hier wohnten wir alle bis wir im Jah- re 1958 nach Karaganda zogen. Tante Tina und Tante Anna konnten sich nur schwer an das Leben in der Stadt gewöhnen und zogen zu- rück nach Sibirien zu ihren Schwestern Nelchen und Maria ins Gebiet Novosibirsk ins Dorf. Dort fühlten sie sich wohler. Im Jahr 1973 zogen Anna, Nelchen und Tina nach Karaganda. Tante Anna starb im Jahr 1990 und ist auf dem Friedhof in Karaganda/ Maikuduk begraben.
*Nelchen wurde im Jahr 1899 geboren. Sie war unverheiratet. Nelchen half viel den Söhnen von Hans, als er und seine Frau verhaftet wurden. Sie wohnten alle in Großvaters Haus bis 1941. Dann wurden alle Deut- schen nach Sibirien für „ewige Zeiten“ verbannt. Mit der Zeit wurden die Tanten älter, und das Leben und die Selbstversorgung im Dorf wurde ihnen zu schwer. Die vielen Gartenarbeiten, das Heu machen mit der Sense, das Versorgen mit Holz für den Winter und vieles mehr. Im Jahre 1973 halfen David Fröse und ich ihnen (Tante Tina, Tante Anna und Tanta Nelchen) nach Karaganda umzuziehen. Sie kauften ein Haus neben uns und wohnten in der Nachbarschaft. Tante Nelchen starb im Jahr 1982 und ist auf dem Friedhof in Karaganda/Maikuduk begraben.

Elisabeth, geb. Fröse mit Ehemann Heinrich G. Wall. Foto 1928
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