David Penner (1834-1916)

Familie David Penner (1834-1916)

David Penner (30.11.1834 Gogolin Kr. Culm, WP -1916 Samara, Russland), #342407 war der dritte Sohn in der Familie von Wilhelm Penner. Sein Vater hatte ihn in eine Sattlerlehre abgegeben, weil er in der Erbfolge die Wirtschaft nicht übernehmen würde. Bei den Mennoniten war es meistens der älteste Sohn, der die väterliche Wirtschaft übernahm. In der Lehre wurde David aber nicht glücklich und eines Tages sagte der Sattlermeister zu Vater Wilhelm: „Herr Penner lassen Sie ihren Sohn einen kaufmännischen Beruf erlernen, da könnte aus ihm was werden. Als Sattler hingegen taugt er nichts“. Worauf Wilhelm antwortete: „Wenn Sie mir das Lehrgeld zurück zahlen, dann werde ich darüber nachdenken“. Dazu war der Sattlermeister jedoch nicht bereit und so hatte David seine Lehre abgeschlossen.

Kurz darauf im Sommer 1855 hatte die Familie Wilhelm Penner ihre Sachen gepackt und war nach Russland ausgewandert. Im Tagebuch von Martin Klassen steht, dass am 06.10.1855 Familie Wilhelm Penner mit 10 Kindern in Köppental, Am Trakt angekommen war. Sie hatten eine andere Route, als die ersten Einwanderer genommen und brauchten für ihre Reise acht Wochen.

In der neuen Heimat hatte David zuerst als Dolmetscher gearbeitet. Er hatte den Neusiedlern geholfen bei den russischen Waldbesitzern im Gebiet Samara Holz zu kaufen und so war er seiner Berufung näher gekommen. Vater Wilhelm war von der Tätigkeit seines Sohnes nicht begeistert. Er hielt alle Kaufleute für Betrüger und sein Sohn sollte kein von ihnen werden. 

David hatte aber immer weiter gemacht und mit der Zeit konnte er selbst ein Stück Wald kaufen, das holz Schlagen und weiter verkaufen. Auf dem gerodeten Land wurden Häuser gebaut und weiter verkauft. So schaffte es David zu einem beträchtlichem Reichtum.

Nach einiger Zeit war David nach Westpreußen gereist. Dort hatte er Lisette Görz kennengelernt und sie Geheiratet. Lisette wollte aber nicht alleine in das ferne Russland fahren und hatte ihre Schwester mitgenommen.

Mit Lisette geb. Goertz (21.12.1841 Gr. Lunau, Kr. Culm, WP – 1915 Samara, Russland) hatte David sieben Kinder bekommen:

-Wilhelm (18.06.1868 Köppental, Am Trakt, Russland – 25.102.1911 Graudenz, WP, Deutsches Reich)

-Eduard

-Robert

-Martha

-Emilie

-Albert

-Eugen

Wilhelm (18.06.1868 Köppental, Am Trakt, Russland – 25.102.1911 Graudenz, WP, Deutsches Reich) war mit Olga geb. Schmidt (26.09.1872- 08.12.1928 Graudenz, WP, Deutsches Reich) verheiratet.

Olga Penner, geb. Schmidt mit Tochter Alice und Sohn Georg

Wilhelm und Olga Penner hatten vier Kinder:

-Alice (30.01.1900 Stary Bujan, Alt Samara, Russland – 04.05.1972 Schwanewede, Bremen, Deutschland)

-Woldemar (14.09.1901 Kudrino, Alt Samara, Russland – 29.04.1975 Eutin, Holstein, Deutschland), verheiratet mit Anna Ida Ella geb. Schulz (12.02.1900 Ludwigsort, Kr. Graudenz, WP – 20.04.1975 Zamekau, Deutschland)

-Alexander (22.07.1903 Samara, Russland – 22.12.1962 Kiel, SH, Deutschland)

-Georg (*1908 Graudenz, WP)

Nach ihrer Heirat bezog das Junge Paar ein Hof in Kudrino, Alt Samara, Russland, wo vermutlich schon auch der Vater David Penner wohnte.

Wilhelm Penner hatte sich mit der Zeit angefangen für die Politik zu interessieren und seine Frau machte mit. Sie hatten auf ihrem Hof öfter politisch verfolgten ein Obdach gegeben und wurden dafür von des zaristischen Sicherheitsabteilung verhaftet. Man konnte ihnen jedoch nichts nachweisen und schon bald kamen sie wieder frei. Es dauerte aber nicht lange da kam Wilhelm ein zweites mal ins Gefängnis und wurde nun nach Sibirien verbannt.

Damit der Familie nicht das Gleiche passierte, war Olga mit ihren drei Kindern (mit dem vierten war sie Schwanger) nach Graudenz, Westpreußen. Dort wohnte die Familie bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Vater Wilhelm war die Flucht aus Sibirien gelungen und er konnte zu seiner Familie nach Graudenz kommen. Allerdings war er in der Gefangenschaft an Knochen-TBC erkrankt. Zunächst wurde ihm ein Bein amputiert und 1911 starb er an der Erkrankung. Bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges galt die Familie als Staatenlos oder waren polnische Staatsbürger deutscher Nationalität. Sie hatten einen Nansen-Pass. Dank der finanzieller Unterstützung aus Russland konnten alle Kinder ein Gymnasium besuchen und bekamen eine Gute Ausbildung.

Alice wurde Lehrerin. (Sie hatte sich sehr intensiv mit der Geschichte der Familie beschäftigt)

Woldemar Penner
Woldemar Penner mit seinen 5 Kindern.
Foto 1943

Woldemar lernte Landwirtschaft und wurde Landwirt auf einem Hof in der Nähe von Graudenz, den seine Frau geerbt hatte.

 

 

 

 

 

 

 

 

Georg studierte Mathematik. Ist aber Kurz nach dem ende des Studiums an TBC gestorben.

Die Familie wurde nach dem Krieg vertrieben. Die Nachkommen kamen nach Norddeutschland und wohnen zum Teil in Kiel.

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